Die Schweiz ist teuer. Jeder weiss das. Aber wieso eigentlich? Ein Liter Milch kostet bei uns 1.60 Franken. In Deutschland 90 Cent. Ich erkläre die echten Gründe ohne Schlagwörter.
Die fünf Hauptgründe
- Hohe Löhne im ganzen Land
- Starker Franken
- Geschützter Heimmarkt
- Hohe Mietkosten für Geschäftsräume
- Komplexes Vertriebs System
1. Hohe Löhne
Eine Verkäuferin bei Coop verdient 4500 Franken brutto pro Monat. Eine Verkäuferin bei einem deutschen Discounter etwa 2300 Euro. Das ist umgerechnet 2150 Franken.
Personal kostet doppelt so viel. Diese Kosten landen im Verkaufspreis. Bei Branchen mit viel Personal wie Restaurants oder Coiffeure sieht man das besonders deutlich.
2. Starker Franken
Der Franken ist eine starke Währung. Importprodukte werden dadurch günstiger. Aber das wird oft nicht 1 zu 1 an Konsumenten weitergegeben. Das nennt man Hochpreis Insel.
Beispiel: ein Nike Schuh kostet in Deutschland 99 Euro. In der Schweiz 139 Franken. Bei einem Kurs von 95 Rappen pro Euro wären das eigentlich 94 Franken. Aufschlag 45 Franken ohne Grund.
3. Geschützter Heimmarkt
Die Schweiz schützt ihre Bauern durch hohe Zölle auf Lebensmittel Importe. Ein Stück Rindfleisch aus Argentinien zahlt 100 bis 300 Prozent Aufschlag an der Grenze.
Das schützt unsere Landwirtschaft. Aber es macht Fleisch und Milchprodukte teurer. Wer Schweizer Fleisch will zahlt den Preis.
4. Hohe Mietkosten
Ein Ladenlokal in Zürich an der Bahnhofstrasse kostet pro Quadratmeter 5000 bis 12'000 Franken pro Jahr. In München sind es 3500 bis 6000 Euro. In Berlin sogar deutlich weniger.
Diese Miete muss vom Umsatz bezahlt werden. Daher rechnen Shops mit höheren Margen.
5. Komplexes Vertriebs System
Viele Marken haben in der Schweiz einen exklusiven Vertriebspartner. Dieser Importeur lebt von der Marge. Er bestimmt was wir zahlen.
Apple ist ein gutes Beispiel: das gleiche iPhone kostet in der Schweiz 100 Franken mehr als in Deutschland. Apple könnte einheitliche Preise machen. Macht es aber nicht weil Schweizer mehr zu zahlen bereit sind.
Wo es trotzdem fair ist
Nicht alles ist hier teurer. Diese Bereiche sind erstaunlich fair gepreist:
- Elektronik bei Galaxus und Brack. Internationale Konkurrenz drückt die Preise.
- Discounter wie Aldi und Lidl. Hier sind viele Markenprodukte günstiger als in Deutschland.
- Online Shopping mit Schweizer Lager. Versand inklusive, keine Zoll Überraschungen.
- Mobilfunk seit 2020. Echter Wettbewerb hat die Preise halbiert.
So umgehst du die Hochpreis Insel
Trick 1: Aktion abwarten
Schweizer Shops machen mehr Aktionen als deutsche. Wer warten kann zahlt 20 bis 50 Prozent weniger.
Trick 2: Eigenmarken kaufen
M Budget, Prix Garantie und Aha! sind preislich auf deutschem Niveau. Qualität ist meist identisch zu Markenprodukten.
Trick 3: Im Ausland einkaufen mit Verstand
Für grosse Käufe lohnt sich Konstanz oder Lörrach. Aber: 300 Franken Freigrenze pro Person. Mehrwertsteuer zurückholen und Schweizer Mehrwertsteuer wieder bezahlen wenn du über die Grenze fährst.
Trick 4: Cashback und Rabatt Codes
Schweizer Cashback Apps geben dir 0.5 bis 5 Prozent zurück. Twint Aktionen bei Coop und Migros bringen jährlich Hunderte Franken.
Trick 5: Aggregatoren nutzen
Auf winit.ch/deals findest du täglich die aktuellen Sale Produkte aus Schweizer Online Shops. Wer das nutzt zahlt nie den vollen Preis.
Fazit
Die Schweiz ist teuer aus strukturellen Gründen. Daran ändert sich kurzfristig nichts.
Aber: wer das System versteht und ein paar Tricks anwendet zahlt deutlich weniger. Eine Familie kann jährlich 5000 bis 8000 Franken sparen ohne weniger zu konsumieren.
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